Kritik Oper

Ein Traum: "Pelléas et Mélisande" an der Wien

Lexikon | Carsten Fastner | aus FALTER 04/09 vom 21.01.2009

Ein Stück wie ein Traum, so vage, rätselhaft, ätherisch. "Pelléas et Mélisande", Maurice Maeterlincks symbolistisches Eifersuchtsdrama, inspirierte Claude Debussy 1902 zu seiner einzigen Oper, die ohne große Geste von Unaussprechlichem erzählt. Dass da Laurent Pelly im Theater an der Wien seine Regiearbeit nur andeutet, tut fast gar nichts. In der Musik ist ohnehin alles gesagt, und selten hat man sie so beredt gehört. Bertrand de Billy inspiriert sein RSO Wien und rundum überzeugende Solisten (Natalie Dessay, Stéphane Degout sowie, herausragend, Laurent Naouri und Phillip Ens) zu differenziertester Gestaltungskunst, die zwischen opakem Klangrausch, irisierendem Glanz und gellender Schärfe alle Register zieht. Traumhaft.

Theater an der Wien, letzte Vorstellung So 19.00


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