Noch im Kino

Wie unterm Glassturz: "Zeiten des Aufruhrs"

Lexikon | Michael Omasta | aus FALTER 04/09 vom 21.01.2009

Richard Yates' Roman "Revolutionary Road" (1961) verdankt seinen Ruf einer "zersetzenden Kritik an der, Vorstadtlösung' der Nachkriegszeit und den hoffnungsfrohen Menschen auf der Suche nach einem akzeptablen Gleichgewicht" (Richard Ford). Ein junges Ehepaar, unauffällig und ohne Bedürfnisse außer dem, glücklich zu werden, bezieht in den 50er- Jahren ein schmuckes Einfamilienhaus in Connecticut - und wird Teil jener amerikanischen Vorstadthölle, an deren verfestigtem Bild wiederum Yates maßgeblichen Anteil hat. Regisseur Mendes stellt seine beiden Stars wie Probanden unter einen Glassturz, lässt sie hinter einem durchsichtigen Panzer leiden, schreien, hassen - Überinszenierung ist alles, weshalb alles völlig kalt und steril bleibt, bis zum bitteren Ende und ohne jede Empathie.

Weiterhin im Kino (OF im Haydn und Burg)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige