Theater Kritik

Körper, Geist und Boden

Lexikon | Gregor Schenker | aus FALTER 04/09 vom 21.01.2009

Mens sana in corpore sano. Dieses aus der missverständlichen Verwendung eines Zitats des römischen Satirikers Juvenal entstandene Motto scheinen sich die hiesigen Universitäten auf die Fahnen zu heften. Jedenfalls eher als "Geist wächst nicht auf trockenem Boden", ein Ausspruch des christlichen Philosophen Augustinus. Mit mehr als 1,7 Millionen Euro fördert der Bund das Universitätssportinstitut Graz jährlich. Das Artlab getaufte Kunstworkshoplabor für Studenten der Grazer Universitäten muss dagegen mit 8000 Euro Landesförderung auskommen. Das Theaterprojekt des Artlab präsentierte vergangene Woche das Ergebnis seiner wintersemesterlichen Arbeit im Theater am Lend. Selbstironisch "under construction" betitelt, stand dabei die - gemeinsam locker erarbeitete - pointiert naive Auseinandersetzung mit den Lebensalltag bedrohenden Entwicklungen im Zentrum. Technik, Eugenik, Überwachung. Aber auch philosophische Evergreens wie die Frage: Was ist Zeit? Mit dieser hatte sich ja dereinst schon Augustinus intensiv beschäftigt. Also, den Boden bitte weitergießen!


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