Kritik

Neues von Joshua Sobol: Papa will nicht mehr

Lexikon | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

Der alte Mann hat sich in den Kopf gesetzt zu sterben. Verweigert seit Wochen das vom Sohn hingestellte Essen und Trinken. Fordert: „Bring mich bitte um!“ Es folgen Streitgespräche – Kämpfe mit Worten, Händen und Füßen. Der Vater behauptet, körperlich schwer krank zu sein, kann es aber noch mit seinem ratlosen Filius, dem Lyriker, aufnehmen. In Wahrheit sind es Depressionen und die Perspektivlosigkeit nach dem Tod seiner Frau, die ihm den Lebensmut genommen haben. Es ist nicht direkt ein leichter Stoff, den Joshua Sobol in seinem Stück „Libera me“ (Gib mich frei) abhandelt. Der dem Theater Drachengasse seit Jahren verbundene Starautor („Weiningers Nacht“, „Alma“) setzt ein schwieriges Thema beklemmend um. Ein paar Lacher über Väter und Söhne sind in den Text eingebaut, sie bleiben jedoch mehrheitlich im Hals stecken. Hermann Schmid als Vater und Anselm Lipgens als Sohn bieten recht solide Leistungen. Am Ende geht das Licht aus.

Theater Drachengasse, täglich außer So, Mo 20.00 (bis 21.2.)


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