Kritik

Ein letztes Doppelspiel

Lexikon | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

Bis 1989 konnten die Künstler Jirí Kovanda und Július Koller (1939–2007) in der Tschechoslowakei nicht offiziell ausstellen. Ihr konzeptuell und performativ ausgerichteter Kunstbegriff war den sozialistischen Künstlerverbänden nicht genehm. Die Ausstellung „Hommage à Július Koller“ zeigt nun Arbeiten beider Künstler. „Subjektiv-objektive kulturelle Situation“ nannte Koller seinen letzten humorvollen Fotozyklus, der ihn auf seinen Reisen in immer derselben Pose zeigt: die Arme wegstreckend, als fungiere er als Leiter zwischen Himmel und Hölle. Kovandas extra für die Schau entstandene Installationen geben sich gewohnt reduziert und hintersinnig. Der Künstler fängt einen Tischtennisball im Gestrüpp, der bei so vielen von Kollers Aktionen zum Einsatz kam. Wie schade, dass es zwischen den beiden zu keinem echten Match mehr kommen kann. NS

Tschechisches Zentrum, bis 27.3.


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