Wieder im Kino

„Revanche“ von Götz Spielmann

Maya Mckechneay | Lexikon | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

Alex arbeitet in einem Wiener Bordell als Handlanger des Chefs. Sein Job ist es, Champagnerkisten aus dem Keller zu holen, den Benz zu fahren und eine betrunkene Hure, die nicht zum Dienst erscheint, unter die kalte Dusche zu zerren. Hinter dem Rücken des Chefs träumt er mit der ukrainischen Prostituierten Tamara vom gemeinsamen Leben.

Szenenwechsel. Susanne lebt mit ihrem Mann Robert in einem Einfamilienhaus am Rand einer kleinen Ortschaft. Sie bäckt Kuchen. Er mäht den Rasen und grillt gelegentlich Koteletts mit den Kollegen von der Polizei. Doch ohne die ersehnten Kinder fühlen sich Haus und Leben der beiden leer an.

Eine gute Weile lässt Regisseur und Drehbuchautor Götz Spielmann diese beiden Entwürfe ungestillten Verlangens autonom laufen. Zunächst konzentriert er sich auf Wien, mit seinen Absteigen, Separees und den schäbig betonierten Höfen. Dann auf die äußerliche Idylle des Waldviertels, wo Grillen zirpen und Äpfel an knorrigen Bäumen reifen. Erst in der Mitte des

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