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Politik | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

Wie viele Jörg-Haider-Brücken verträgt Kärnten, Herr Rainer?

Seit dieser Woche heißt die Kärntner Lippitzbachbrücke „Jörg-Haider-Brücke“, ein Denkmal an Haiders Unfallort an der Rosentaler Straße soll folgen. Jetzt will auch die Stadt Klagenfurt den Landhauspark „Jörg-Haider-Park“ nennen. Ist das nicht ein bißchen viel? Der für die Namensgebung verantwortliche Klagenfurter Präsidialchef Arnulf Rainer weiß Antwort.

Die Umbenennung der Lippitzbachbrücke war die Entscheidung von BZÖ-Landeshauptmann Gerhard Dörfler. Wer kam auf die Idee mit dem Landhauspark?

Ursprünglich der Klagenfurter Bürgermeister Harald Scheucher. Der Landhauspark heißt nur im Volksmund so, deswegen könnte man ihm eine neue, offizielle Bezeichnung geben. Aber es braucht dafür die Zustimmung des Gemeinderats – und das Placet der Familie Haider, die sich die Rechte auf seinen Namen gesichert hat.

Braucht es dafür im Gemeinderat einen einstimmigen Beschluss?

Nein, eine einfache Mehrheit reicht.

Wo sind die Grenzen? Gibt es auch bald eine Jörg-Haider-Seebühne oder ein Jörg-Haider-Schwimmbad?

Naja, es gab auch schon die Idee, das neue EM-Stadion nach ihm zu benennen.

In Wien dürfen Orte erst nach einer Frist von einem Jahr nach Verstorbenen benannt werden.

In Klagenfurt gibt es keine Frist.

Wie schnell könnte der Landhauspark umbenannt werden? Noch vor der Wahl?

Das wird sich eher schwer ausgehen, außerdem tagt der Gemeinderat nicht mehr regulär vor der Wahl. Ich persönlich fände es auch nicht gut.

Warum?

Ideen werden aufgrund der ersten Betroffenheit geboren. Manchmal ist es besser, Zeit zu gewinnen und in Ruhe über Tragisches nachzudenken.

Eine Ein-Jahres-Frist ist also gar nicht schlecht?

Nicht alles, was ad hoc passiert, ist immer ganz glücklich und gescheit, im Nachhinein betrachtet.

Interview: Barbara Tóth


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