„Wir können sie nicht entlassen“

Politik | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

Für Anas Schakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, sind die antidemokratischen Einstellungen von Islamlehrern Privatmeinungen

Interview: Stefan Apfl

Falter: Herr Schakfeh, laut einer aktuellen Studie lehnen 22 Prozent der islamischen Religionslehrer die Demokratie ab, weil sie nicht mit dem Islam vereinbar sei.

Anas Schakfeh: Wenn ein Lehrer eine private Meinung hat, die er nicht in der Schule äußert, dann habe ich damit nichts zu tun.

Bei einem islamischen Religionslehrer darf man davon ausgehen, dass sich solche Privatmeinung auf den Unterricht auswirkt.

Anas Schakfeh: Erst wenn er so etwas im Unterricht sagt und damit gegen die Linie der Glaubensgemeinschaft und gegen das Gesetz verstößt, kann ich ihn entlassen. Im Gewissen der Menschen kann ich nicht nachforschen.

Es geht ja weniger darum, dass er den Schülern sagt: Lehnt die Demokratie ab! Vielmehr geht es um die grundsätzliche Gesinnung, die einflussreiche Autoritäten Kindern vermitteln.

Anas Schakfeh: Das ist möglich.


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