Morde im Namen der Stabilität

Politik | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

Nicht nur in Wien wurden letzte Woche Kritiker des tschetschenischen Präsidenten erschossen

Bericht: Susanne Scholl/Moskau

Ramsan Kadyrow wird von der russischen Führung in höchsten Tönen gelobt. Er habe die Lage in Tschetschenien normalisiert, heißt es immer wieder. Sein Förderer, der russische Premier Wladimir Putin, hatte seinerzeit, als der zweite Tschetschenienkrieg etwas abflaute, das Schlagwort von der Tschetschenisierung des Konflikts im Kaukasus geprägt.

Diese Aufgabe hat man Kadyrow übertragen: zuerst Kadyrow dem Älteren und dann – vermutlich als dieser zu übermütig wurde, vielleicht daran dachte, tschetschenisches Erdöl selbstständig zu verkaufen, und deshalb mittels Bombe aus dem Weg geräumt wurde – Kadyrow dem Jüngeren, dem aktuellen tschetschenischen Präsidenten.

Dieser Kadyrow, Vorname Ramsan, hat ein Konzept. Wenn die Angst sehr groß ist, dann herrscht Ruhe – auch das kann man Stabilität nennen. Kadyrow der Jüngere verstand und versteht es sehr gut,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige