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Obamania – und nun?

Politik | Barbara Tóth | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

Was bleibt von den vielen im Zuge von Barack Obamas Sieg publizierten Büchern über ihn noch lesenswert? Mit Sicherheit die von Obama selbst geschriebene Autobiografie „Dreams of My Father“. Besonders in der englischen Originalfassung beeindruckt sie durch Stil und Erzählkraft – und natürlich durch die wechselhafte Lebensgeschichte an sich.

Für Begeisterte der Obama-Rhetorik lohnt sich auch die Anschaffung des zweiten Bestsellers aus Präsidentenhand: „The Audacity of Hope“. Als klares Wahlkampfbuch konzipiert, referiert er hier die zentralen Themen, um die sein politisches Leben kreist, und kommt immer wieder auf einen seiner Leitsätze zu sprechen: die Überwindung alten ideologischen Denkens. Wer sich durch die streckenweise sehr nach Politsprech klingenden Passagen kämpft, hat nachher immerhin einen rhetorischen wie ideologischen Grundstock für seine Obamania intus.

Für Obama-Einsteiger oder solche, die ihr allgemeines Wissen über die USA auffrischen wollen, ist „Obama. Der schwarze Visionär“ vom langjährigen Washington-Korrespondenten der Tageszeitung Die Presse, Norbert Rief, und dem Politikberater Thomas Hofer gerade richtig. Aufgrund des klugen Aufbaus des Buches bietet es eine gute Einführung zu jenen beiden Grundfragen, die die Medien derzeit beherrschen: Wie funktioniert Amerika? Und wer ist dieser Mann, der das ändern will?

Überschaubare Kapitel, etwa mit einer Reportage über eine krisengeschüttelte Mittelstandsfamilie, Einsichten in die PR-Maschinerie des Kandidaten, die nun ins Weiße Haus übersiedelt ist, und fachkundige Analysen zur amerikanischen Wirtschaft und Gesellschaft liefern einen guten Überblick.

Norbert Rief, Thomas Hofer: Obama. Der schwarze Visionär – Zeitenwende für die Weltpolitik? Molden, 279 S., € 24,95


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