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Wien und seine Turmspringer – das gibt einen Aufruhr

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

Ein paar Fiaker und Straßenkünstler stehen jetzt da, wo ein 17-Jähriger sein Leben lassen wollte. „Depressiver erklomm Stephansdom“ vermeldete der Kurier. Obwohl über Selbstmordversuche normalerweise nicht berichtet wird, las man vom „Aufruhr“, der da samstags unterm Nordturm herrschte. Die Feuerwehr hatte ein Sprungkissen aufgeblasen, der Dompfarrer und die Polizei halfen dem lebensmüden Schüler beim Schritt zurück ins Leben.

Wiener, die sich vom Steffl stürzen – sie beschäftigten immer schon den Boulevard. Vor 55 Jahren titelte das 90-Groschen-Blatt Der Abend mit „Da staunte der Steffl!“. „Ganz Wien“ sei im Banne eines „irrsinnigen“ Bäckergehilfen namens Johann Bergmann, der als Fremdenlegionär diente und sich vom Steffl stürzen wollte. Ein mutiger Arzt namens Franz Leopold rettete ihn. Später geriet Bergmann erneut in die Schlagzeilen des Boulevards. Er ermordete einen Portier und nannte sich „Al Capone“.


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