Leben: Nichts als Niedergang

Feuilleton | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

David Finchers „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ adaptiert F. Scott Fitzgerald

Rezension: Michael Pekler

Im Grunde ist alles Leben ein Prozess des Niedergangs.“ F. Scott Fitzgeralds autobiografischer Text „The Crack-up“ ist einer der gewaltigsten Schlussstriche der Lite-raturgeschichte.

Zerstört von Alkohol und Geldnot, veröffentlichte er den Aufsatz 1936 im Esquire, vier Jahre vor seinem Tod. Der französische Philosoph Gilles Deleuze meinte einmal, der Text „besitze diese unverwechselbare Eigenschaft eines Meisterwerks, zugleich Schweigen zu gebieten und erschrockene Zustimmung zu fordern“.

Wenn man das Werk eines Schriftstellers auf einen einzigen Text verdichten könnte, wäre es bei Fitzgerald dieser. Hier steht alles geschrieben: über das Leben als Beginn, den unausweichlichen, absehbaren Niedergang und – vor allem – über die Wahrnehmung einer Welt, in der es keinen Platz für einen gibt.

„Ich bin unter außergewöhnlichen Umständen geboren.“ So lautet


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