Wie man mit seinem toten Großvater nach China reist

Feuilleton | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

Mit seinem Roman „Der Kaiser von China“ setzt Tilman Rammstedt auf die lebensspendende Kraft der Fiktion

Buchkritik: Klaus Nüchtern

Dass der Bachmann-Preis im vergangenen Jahr erstmals an einen Text gegangen sei, „der vornehmlich ob seiner humoristischen Qualitäten gefeiert wurde“, wie die Süddeutsche Zeitung schrieb, lässt sich nicht ganz aufrechterhalten – hatte doch zwei Jahre davor Kathrin Passig das Doppel Bachmann- und Publikumspreis auch schon unter vernehmlichem Begleitgelächter gewonnen. Aber es stimmt schon: Humor hat es in Klagenfurt mittlerweile leichter als, sagen wir, 1999: Damals ging Thomas Kapielski mit seinem hochkomischen Beitrag noch leer aus.

Gerade Romanausschnitte sind ein heikles Thema: Für eine halbstündige Lesung mögen sie tragen – insbesondere, wenn sie so atemberaubend rasant ausfällt wie die von Tilman Rammstedt –, aber hält dann das Buch, was ein, zwei Kapitel versprochen haben?

Im Falle von Rammstedts „Der Kaiser von China“ muss die


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