Unter der Badezimmerkachel, da liegt der Dreck

Feuilleton | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

In seinem tragikomischen Roman „Das Zimmermädchen“ gelingt Markus Orths eine Synthese von Voyeurismus und Putzsucht

Buchkritik: Daniela Strigl

Mit einem Text mit dem Titel „Das Zimmermädchen“ hat Markus Orths heuer beim Bachmann-Wettbewerb den zweiten Preis gewonnen. Zu behaupten, es sei dies ein Ausschnitt aus dem vorliegenden „Roman“ gewesen (der eher eine lange Erzählung ist), wäre allerdings irreführend: Rein handwerklich ist Orths eine geschickt aus dem Erzählkomplex destillierte Kurzfassung gelungen.

Der Charakter der Geschichte unterscheidet sich aber von jenem des Romans: Beim Vorlesen in Klagenfurt hatte Lynn, das Zimmermädchen, das sich eines Abends gezwungen sieht, unter dem Bett eines Hotelgastes zu übernachten, weil es beim Schnüffeln von dessen Rückkunft überrascht wird, bei aller Schrulligkeit etwas Anarchisches an sich, etwas verboten Komisches. In der Langfassung überwiegt das Tragische.

Lynn hat jetzt nicht nur eine Vergangenheit und einen kaum mehr


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