Zen oder die Kunst des Boulderns

Stadtleben | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

Wer ohne Seil klettert, sucht seine Körpermitte. Für den Anfänger ist das nicht einfach

Protokoll: Joseph Gepp

Es gilt ja gemeinhin als witzig, Menschen dabei zuzuschauen, wenn sie etwas zum ersten Mal machen. Denn einerseits kann man dann über die wacklige Unbeholfenheit des Anfängers lachen, andererseits bewundert man insgeheim seinen Wagemut, denn man selbst hätte sich diese Blöße nie gegeben.

Walfischgasse, Innenstadt. Es ist immer wieder verblüffend, was so alles hinter Wiens gleichförmigen Gründerzeitfassaden liegt. In diesem Fall ist es eine Boulderhalle, eine Aneinanderreihung von geraden, schiefen oder geschwungenen Wänden, mehr oder weniger hoch, eine verästelte, zerschnittene und durchfurchte Raumstruktur, wie in einem expressionistischen Film.

Kleine bunte herausragende Plastikklötze zieren die Wände. An diesen Vorsprüngen hält man sich fest. „Bouldern“ heißt Klettern in Absprunghöhe, wie der Autor dieser Zeilen zwei Tage vor dem Verfassen dieses Berichts


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