Prost!

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Slow Bellini

Stadtleben | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

Der erste Slow-Drink-Cocktail, der aus dem Weingarten kommt

Venedig, Harry’s Bar. Eine versteckte Seitengasse, ein Großaufgebot von Münchnerinnen, Russinnen und krisenunberührten Amerikanerinnen in teuren Pelzmänteln, entsprechender Begleitung und bester Champagnerlaune. Sagenhafte, in Stoffservietten eingeschlagene, butterdampfende Croque-Monsieurs und tolle Hühnersalatsandwiches. Der Inbegriff von Dekadenz und zynischer Eitelkeit? Klaro, aber es ist eben Harry’s Bar, eine diesbezügliche Institution und außerdem Home of Bellini.

Dieser legendäre Cocktail ist an Schlichtheit zwar kaum zu übertreffen: Prosecco mit ein bisschen püriertem, weißem Pfirsich. Trotzdem schmeckt der Bellini interessanterweise aber überall anders und vor allem nur in Harry’s Bar wirklich ekstatisch gut.

Das Wiener Marmelade-Unternehmen Schuberts’s brachte nun eine erstens österreichische und zweitens mit Slow Food in Zusammenhang stehende Bellini-Basis heraus: Verwendet wird dafür das Püree von authentischen, wild gewachsenen Weingartenpfirsichen, deren Erhalt und Pflege sich das Slow-Food-Convivium „Wachau-plus“ angenommen hat. Wunderbar. Unverständlich ist dennoch, warum in den köstlichen Saft auch Orangensaft, Zitronensäure und relativ viel Zucker rein musste, was dem „Slow Bellini“ zwangsläufig einen Touch von Sekt-Orange verpasst.

Kaufen kann man den Slow Bellini übrigens um wohlfeile € 12,90 in der Spezerei am Karmeliterplatz (Infos: www.spezerei.at). FH


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