Demeter wohnt im Einkornfeld

Stadtleben | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

Im Waldviertel bauen idealistische Landwirte Urgetreide an – ein wahres Lebens-Mittel

bericht und fotos: irena rosc

Hostien sollen das Allerheiligste symbolisieren. In den Kirchentabernakeln gab es früher Oblaten, welche aus chemisch nicht behandeltem Getreide produziert wurden. Joachim Angerer, ehemaliger Abt des Klosters in Geras, sagte einmal, der Herrgott wäre beleidigt über so viele Pestizide, Herbizide und Fungizide in seinem Leib. Sprach’s und ließ Bio-Oblaten herstellen.

Die Schüttkästen im Waldviertel waren Tabernakel für Getreide. Nahezu bei jedem Schloss und jedem Kloster steht einer dieser Prachtbauten. Es ist nicht lange her, da schauten die Leibeigenen und Untertanen aus ihren winzigen Hütten auf die riesigen, mit Getreide vollgefüllten Gebäude der Herrschaft, während sie selbst hungerten.

Auch eine Heiratserlaubnis brauchte man von der Herrschaft. Als Johann Steiner, Vater des Begründers der Anthroposophie, diese vom Grafen Hoyos nicht bekam, verließ er Geras


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