Hundert Jahre Zeitausgleich

Befindlichkeitskolumne

Steiermark | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

Tragische Situation!

Die lebensfrohe Susanne, 19, hat viel mitzuteilen. Auch und gerade wenn sie in der Straßenbahn sitzt und von der Arbeit kommt, wo sie von ihrem Chef, der mal ganz kurz ihr Liebhaber war, erfahren hat, dass der mit dem Gedanken spielt, sie und alle Kolleginnen von 1100 auf 900 runterzusetzen, brutto bitte! Wenn ihre Freundin Beatrix ihr gegenübersitzen würde und wir also auch wissen würden, was sie dazu zu sagen hat, wäre sie auch nicht leiser, trotzdem gäbe es für den mitreisenden jungen Mann keinen Grund, sich aufzuregen. Er regt sich aber auf: Er dreht sich demonstrativ um, funkelt sie an und fordert sie auf, draußen zu telefonieren, wo es aber regnet. Warum ist er damit voll auf der Linie seines Bürgermeisters, der Handy-Telefonieren in Straßenbahnen auch böse findet? Weil es noch gar nicht so lange her ist, dass Menschen in Bahnen nur sich hatten und deshalb ins Gespräch kamen, zum Beispiel darüber, wie hässlich die Häuser sind und wie dreckig das Leben, kurz: Das Verkehrsmittel war ein sozialer Raum. Und den würde der junge Mann gern mit Susanne teilen, und weil sie sich da rauszieht, ist er eifersüchtig. Das Magazin Men’s Health hat herausgefunden, dass Grazer Männer die eifersüchtigsten im ganzen deutschsprachigen Raum sind. Das führt dazu, dass ER nicht will, dass Susanne telefoniert, dass Susannes Freund aber ständig Kontrollanrufe macht (vor allem seit der Sache mit dem Chef) und unbedingt will, dass sie abhebt, auch wenn sie in der StraBa sitzt. Was soll Susanne tun?


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