Heidi List

Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Kolumnen | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

Was Sie nie über Sex wissen wollten: Heidi List antwortet, bevor Sie fragen

Barometer

Musik und Sex. Man kann auf Eignung des Sexpartners als potenziellen Lebensgefährten schließen, wenn man ihm beim Vorsichhinträllern zuhört. Die Wahl der Songs ist unterbewusst und so maßgeblich entscheidend dafür, ob sich aus einem One-Night-Stand vielleicht ein Lebensphasenzustand entwickeln kann.

Merke: Trällert der Mann alte Motown-Songs – gut für eine gewisse Zeit, auf Dauer zu wehleidig. Led Zeppelins „Whole Lotta Love“: manischer Typ, wahrscheinlich Säufer. Alte Toto-Songs: vermutlich guter Handwerker, aber nicht sehr kunstsinnig. Opernarien: kunstsinnig, jämmerlicher Handwerker. Prince, vor der Symbol-Zeit: unverbesserlicher Nostalgiker, geht aber freiwillig in Väterkarenz. Macht er Technogeräusche, hat man selber ein Alkoholproblem und war versehentlich in der falschen Disko. Deichkind: Man ist selbst erst 14.

Mein Lebensgefährte zum Beispiel hat am ersten Abend eine David-Bowie-Best-of-Show abgeliefert, inklusive „Ziggy Stardust“ und Tin-Machine-Zeiten. Ich hätte gewarnt sein sollen: schlechter One-Night-Stand, so jemand bleibt.


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