Kubanische Lebensfreude im winterlichen Wien

Lexikon | Lisa Kiss | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

„The Grandfathers of Cuban Music“ in einer heißen Revue

Produzent Ry Cooder und Regisseur Wim Wenders haben in den späten 90er-Jahren mit ihrer Dokumentation „Buena Vista Social Club“ der kubanischen Musik und ihren Interpreten ein filmisches Denkmal gesetzt. Infolge machten die alten Musikerinnen und Musiker von der sozialistischen Zuckerinsel auch international Karriere und ernteten ihren wohlverdienten Ruhm.

In der Revue „The Bar at Buena Vista“ schmettert der mittlerweile 90-jährige Sänger Reynaldo Creagh mit seiner unnachahmlichen Schmeichelstimme die größten Schmachtfetzen. Am Klavier begeistert der mit seinen 81 Jahren nur wenig jüngere Maestro Guillermo „Rubalcaba“ Gonzáles mit seinen „goldenen Händen“. Papi Oviedo, schlappe 65 Jahre jung, ist einer der besten Tres-Gitarristen und ebenfalls mit von der Partie. Für einen weiteren musikalischen Höhepunkt sorgt die kubanische Diva Siomara Avilla Valdes Lescay, die in ihren Liedern von Romantik, Sehnsucht und Leidenschaft erzählt.

Leidenschaftlich wird auch getanzt. Eric Turro Martinez und Mitglieder des kubanischen Fernsehballetts verführen mit ihren temperamentvoll-erotischen Tanzeinlagen zum Hüftschwung. Als Kulisse dient der Show eine kubanische Bar mit Kellner, Animierdamen, Conferencier und ein paar qualmenden Havanna-Zigarren. Im Hintergrund lächeln alte Buena-Vista-Stars von riesigen Plakaten auf das Geschehen. Hinter der Bar mixt Entertainer und Sänger Terry Rodriguez die Drinks und erzählt gemeinsam mit Carlos Bustamante zwischen den Musik- und Tanzeinlagen aus dem Leben von anno dazumal.

Die mit Sicherheit älteste Boy-group der Welt lässt mit ihrer humorvollen und schwungvollen Show für einen Abend den winterlichen Alltag in Wien vergessen und macht Lust auf Urlaub in der karibischen Sonne von Kuba.

Museumsquartier, Halle E, 3. bis 8. Februar, jeweils 20.00, Sa auch 16.00,


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