Ganz wia im richtigen Leben

Lexikon | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

Hoher Besuch aus Bayern: Gerhard Polt im Burgtheater und in der Ottakringer Brauerei

Gerhard Polt ist ein Gigant des deutschsprachigen Kabaretts. Man merkt das schon, bevor er den ersten Satz gesagt hat. Polt tritt einfach auf, stellt sich hin und ist komisch. Wer nie etwas mit dem Begriff „Bühnenpräsenz“ anfangen konnte, sollte sich einmal Polt anschauen. Genau das ist damit gemeint.

Der 66-jährige Münchner hat mindestens einer Kabarettistengeneration den Weg geebnet, auch über die Landesgrenzen hinaus. Die Kabaretttheaterstücke eines Josef Hader etwa würde es in dieser Form ohne Polt gar nicht geben. „Ich habe das Gefühl, dass ich viel von ihm gelernt habe“, meinte Hader in einem Interview mit dem Regensburger Stadtmagazin Filter. „Seine Figuren, genauso wie meine, treffen keine politischen Aussagen, und trotzdem kommt alles in der Haltung der Figuren rüber. Beim Polt lernst du in ein paar Minuten mehr über die momentane gesellschaftliche Stimmung als irgendwo sonst.“


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