TheaterKritik

Von Beziehungsproblemen und lebenden Büchern

Lexikon | Astrid Strmsek | aus FALTER 05/09 vom 28.01.2009

Die 14-jährige Franzi verlässt ihren Freund Peter. Eigentlich eine alltägliche Geschichte – doch nicht ganz. Jedenfalls nicht in „Säen, Ernten, Schießen“, einem gemeinsam mit jungen Theatermachern erarbeiteten Stück im TaO! Denn als sich Peter aufmacht, um Franzi in „Dortingen“ zu suchen und zurückzugewinnen, passiert ihm auf seiner Reise Überraschendes: Er begegnet einer ganzen Reihe von Menschen, die ihm Ratschläge mit auf den Weg geben wollen. Beeindruckend sind das innovative Bühnenbild (ein mit Styroporstücken gefülltes Becken) und die fließenden Szenenübergänge durch Tanz- und Gesangseinlagen.

„Säen, Ernten, Schießen“ in der Regie von Martin Horn und Simon Windisch ist eine Eigenproduktion des Theaters am Ortweinplatz und wurde durch das Projekt „living books“ angeregt, das Mitte November im Grazer Kunsthaus stattfand. Ziel dieses Projekts war es, durch Gespräche Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Sprachen oder Lebenseinstellungen zusammenzubringen, die täglich unbemerkt aneinander vorübergehen. So begegnet Peter auf seiner Reise auch einigen der Personen aus „living books“, wie zum Beispiel dem Totengräber oder der Weltenbummlerin.

Dieses Stück ist keine Liebesgeschichte – sondern viel mehr: eine Geschichte der Weltoffenheit, des Erwachsenwerdens und nicht zuletzt der Suche nach sich selbst.

Theater/Kritiker/Werkstätte: Die Rezension von Astrid Strmsek, Jg. 1992, ist der Siegertext eines Kritikerworkshops, den der Falter gemeinsam mit dem TaO! und der Wahlpflichtfachgruppe Deutsch vertiefend in den siebenten Klassen des WIKU BRG Graz durchgeführt hat.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige