Kritik

Blondinenwitze als Haikus

Lexikon | aus FALTER 06/09 vom 04.02.2009

In ihrer Schau „Footnotes to Business, Footnotes to Pleasure“ behandeln Anetta Mona Chisa und Lucia Tkacova selbstironisch die Erfolgs- chancen osteuropäischer Künstlerinnen in der „artworld“. So verfasst in einem Video etwa eine Frau einen Strategieplan, wie sie international Karriere machen könnte. Die Wandarbeit „Haiku“ versammelt Blondinenwitze, deren Pointen jedoch durch ein Übersetzungsprogramm entstellt wurden. Selbstbestimmte weibliche Lust wird in dem Stripteasevideo „A monument to yesterday“ virulent, während „Hallelujah Diet“ christliche Leibfeindlichkeit mit Schlankheitswahn koppelt. Text spielt eine besondere Rolle in der Schau, etwa auch in der bissigen Serie „The Trivial Few“, in der das Künstlerinnenduo eine soziologische Verhältnistheorie zur Verteilung von Reichtum heranzieht. NS

Christine König Galerie, bis 7.3.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige