Retrospektive

David Lean, the Grand Lion of Cinema

Lexikon | Michael Omasta | aus FALTER 06/09 vom 04.02.2009

David Lean, der „Sir des britischen Films“, hat das Kino mit Arbeiten wie „The Bridge on the River Kwai“, „Lawrence of Arabia“ und zuletzt „A Passage to India“ mehr als ein halbes Jahrhundert geprägt. Er war Perfektionist, das Größte und das Kleinste, ein Sandsturm und ein verlöschendes Streichholz, beides musste in seinen Erzählungen Platz haben, beides eindrucksvoller gefilmt sein denn je zuvor oder je seither in der Geschichte des Kinos: Tagelang dauerte es, bis eine Windbö in „Ryan’s Daughter“ Sarah’ Miles Sonnenschirm „richtig“ davonwehte, wochenlang, bis die Eisblumen „richtig“ Omar Sharifs Zufluchtsort in „Doctor Zhivago“ vereisten.

David Lean, 1908 in London geboren, 1991 verstorben, entdeckte seine Liebe zum Kino als Fan von Douglas Fairbanks. Binnen weniger Jahre avancierte er zum gefragten Cutter, 1942 führte er zum ersten Mal auch Regie und drehte die Actionszenen für Noel Cowards Film „In Which We Serve“. Mit der brillanten Geisterkomödie „Blithe Spirit“ entdeckte er die Farbe für sich, mit „Brief Encounter“ fand er sein bevorzugtes Genre, das Melodram. Es folgte eine Reihe klassischer Dickens-Adaptionen, ehe ihm „The Bridge on the River Kwai“ (1957), seine erste Zusammenarbeit mit dem kongenialen Produzenten Sam Spiegel, zu weltweiter Berühmtheit verhalf. Das Rest ist, wie man sagt, Geschichte. Und Sir David, über sein künstlerisches Credo befragt, meinte: „Directing has got to be a very selfish job. The more a movie is one person’s point of view, the better.“

Vom 11.2. bis 4.3. im Österreichischen Filmmuseum


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige