Meinesgleichen

Aus der weiten Welt der Meinung

Falter & Meinung | aus FALTER 06/09 vom 04.02.2009

Stellt der Terminus „Silberrücken“, den Johannes Voggenhuber ablehnt, tatsächlich eine biologistische Schmähung dar? Wir pflegen zum Greisenalter eine verkrampfte Beziehung. Verrückt, bedenkt man, dass der ökonomische Berater Barack Obamas, Paul Volcker, gerade erst 81 Jährchen auf dem Silberbuckel hat. Der Jugendfaschismus ist keine österreichische Spezialität, wenngleich er hierzulande besonders unerfreuliche Auswirkungen zeigt. Aber „Silberrücken“ zielt nicht nur auf das Alter. Wenn auch die silbernen Haare auf dem Rücken des Gorillas ein Zeichen seiner Reife sind, meint doch die Metapher etwas anderes.

Ich würde für mich die Bezeichnung sofort akzeptieren. Was wird mit ihr gesagt? Ein Silberrücken ist ein schützenswerter nächster Verwandter des Menschen, mit erstaunlichen Kräften und Fähigkeiten. Respektgebietend, mächtig, kennt hunderte Nahrungsmittel, weiß, wann und wo sie genussreif sind. Sorgt für seine Herde. Wird nur gegen Außenstehende ungemütlich, die sich schlecht benehmen. Steht für Natur- und Kreaturschutz.

Genaugenommen ist der „Silberrücken“ ein von grüner Politik zu schützendes Subjekt. Seine Feinde sind gefühllose Wilderer. Skrupellos, profitgierig. Zerstören berührende soziale Einheiten inmitten ungezähmter Natur aus Eigennutz. Okay, Gorilla ist kein Kosename. Aber es könnte ein Ehrentitel sein. So viel Humor hat Johannes Voggenhuber auch wieder nicht. Wer mag es ihm verdenken.


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