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Politik | Florian Klenk | aus FALTER 06/09 vom 04.02.2009

Schmidt im Dienst

Der Kult um seine Person war ihm selbst unheimlich. Die Zeit widmete ihm zum 90er zwei Beilagen, der Spiegel ein Cover, und das deutsche Feuilleton ergoss sich in Huldigungen über den Staatsmann, Exkanzler, RAF-Bekämpfer, Mentholzigarettenraucher und Soldaten Helmut Schmidt.

Vor kurzem legte Schmidt seine eigene Bilanz vor. Er schildert darin die Fähigkeiten, die ein Politiker erwerben muss (geschichtliche Bildung!), er erinnert an den verkannten Kanzler Helmut Kohl, er berichtet über Begegnungen mit Staatsmännern, die er bewunderte (Chinas Deng Xiaoping, Ägyptens Anwar as-Sadat), er kritisiert Raubtierkapitalismus und Brüssels Regulierungswahn. Er attackiert (leider zu pauschal) aber auch die Interventionisten, die trotz Nichteinmischungsgebot Kriege im Namen der Menschenrechte führten – etwa in Bosnien.

Helmut Schmidt: Außer Dienst. Eine Bilanz. Siedler, 352 S., € 22,95


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