Mediaforschung

Nachfragekolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 06/09 vom 04.02.2009

„Herr Kettner, wieso werben Sie mit Elektroclubbings in Dubai?“

In Zeiten der Krise gibt es zwei Möglichkeiten zu reagieren: Flucht oder Angriff. Wien Tourismus, die Tourismusmarketingagentur der Stadt, will jedenfalls nicht den Gürtel enger schnallen. Sie gibt heuer extra viel Geld aus, um im Ausland gut dazustehen. Die Agentur wird 17 Millionen Euro in eine internationale Werbekampagne stecken. Rund zwei Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Wo landet das Geld? Zum Beispiel in London. Ab kommender Woche werden dort 150 Doppeldeckerbusse mit Wien-Werbung unterwegs sein. „Swing into Spring. Vienna“ lautet der Slogan. „Großbritannien ist ein zentraler Markt für uns. Das Land ist von der Wirtschaftskrise besonders betroffen. Wir glauben, dass wir ihnen ein bisschen Auflockerung bringen können“, sagt Norbert Kettner, Geschäftsführer von Wien Tourismus.

Die Londoner sind nur ein Teil des Zielpublikums. Wien Tourismus will 27 Märkte ansprechen. Dazu zählen Länder wie Frankreich, die USA und Japan. Je nach Kulturkreis und örtlichem Mediennutzungsverhalten setzt die Agentur auf unterschiedliche Werbemittel. „Der arabische Raum ist zum Beispiel ein Raum für Radiowerbung. Es gibt dort viel Stau, da hören die Menschen im Auto viel Radio“, erklärt Kettner. In den USA und Großbritannien setzt er hingegen vermehrt auf Inserate im Web.

Die zielgruppengerechte Werbung reicht bis zu Elektroclubbings in Dubai. Die werden zum Beispiel von Wien Tourismus veranstaltet, um dort ansässige ausländische Arbeitskräfte in die Hauptstadt von Kruder & Dorfmeister zu locken.

„Wir bewerben Wien als Stadt der Tradition und der Moderne“, sagt Kettner. Der reichweitenstärkste Teil seiner Werbekampagne startet im April. Auf CNN wird 300-mal ein Wien-Spot laufen. Rund 150 Millionen Haushalte weltweit sollen damit erreicht werden.


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