Match der Edelmimen

Feuilleton | aus FALTER 06/09 vom 04.02.2009

Gestern am Broadway, morgen bei den Oscars: die kurzweiligen Dramenduelle „Frost/Nixon“ und „Doubt“

Doppelrezension: Joachim Schätz

Sicherheitshalber platziert der Expräsident ein Taschentuch in Griffweite: damit er sich den Schweiß von der Oberlippe wischen kann, wie er seinem Interviewer erklärt.

Richard Nixon kennt die eigendynamische Macht der Fernsehbilder: Im Wahlkampf 1960 unterlag er in einer TV-Diskussion mit schwitzendem Gesicht dem telegenen John F. Kennedy, der darauf die Präsidentschaftswahl für sich entschied. 1974, nach über einem Jahr an Enthüllungen über den Watergate-Skandal, verlautbarte Nixon seinen Rücktritt und stieg unter den Augen der Welt steif lächelnd in den Hubschrauber Richtung Pension.

„Frost/Nixon“ (Regie: Ron Howard) handelt als medienhistorische Tragikomödie von Nixons Versuch, die Kontrolle über sein TV-Bild zurückzugewinnen: Drei Jahre nach seinem Rücktritt willigte der Altpräsident (Frank Langella) für eine stattliche Gage ein,


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