War einmal ein Wunderkind

Feuilleton | aus FALTER 06/09 vom 04.02.2009

Der Kabarettist und Liedermacher Leo Lukas steht seit 30 Jahren auf der Bühne. Ein Hausbesuch

Porträt: Wolfgang Kralicek

Der kleine Leo aus dem weststeirischen Köflach war ein Wunderkind. Schon mit viereinhalb Jahren hatte er sich selbst Lesen und Schreiben beigebracht; der stolze Vater, ein Bergarbeiter, ließ den Buben auf dem Wirtshaustisch aus der Zeitung vorlesen. Als Gage gab’s Mannerschnitten.

Gut 45 Jahre später sitzt Leo Lukas in seiner schönen Altbaumaisonette im siebten Bezirk beim Frühstück. Während nebenan sein vor ein paar Tagen auf die Welt gekommener Sohn kräht – nach einer 27-jährigen und einer siebenjährigen Tochter sein drittes Kind –, erzählt der Künstler aus seinem Leben. Anlass ist ein rundes Bühnenjubiläum: Leo Lukas, der seit kurzem 50 ist, tritt seit genau 30 Jahren öffentlich auf; die Wirtshausshows als Kleinkind sind da noch gar nicht mitgerechnet.

Im Grunde seines Herzens ist Leo Lukas erstens Schriftsteller und zweitens Liedermacher. Der Kabarettist


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige