Romanze unter Pendlern in der Retortenvorstadt

Feuilleton | aus FALTER 06/09 vom 04.02.2009

In seiner neuen Folkoper „Pram Town“ zelebriert Darren Hayman die verblichene Idee des britischen Wohlfahrtsstaats

Kritik: Robert Rotifer/London

Onkel Peter mag keine Hunde, aber seine Freundin Julie schon. Sie hat einen Rottweiler aus der Arbeit mitgebracht, und er hat auf sein Hemd gepisst.“ Die Zeile aus dem Song „Leaves on the Line“ auf Darren Haymans neuem Album „Pram Town“ klingt nicht bloß so, als hätte das echte Leben sie geschrieben. Der Autor hat sie Wort für Wort einem im Café nebenan aufgeschnappten Gespräch entnommen.

In den späten 90er-Jahren, als seine Band Hefner im Vakuum nach dem Britpopboom zu ihrem kleinen bisschen Ruhm kam, passten Haymans große Lieder über das kleine Scheitern so gar nicht zur blairistischen Euphorie der Zeit. Und doch oder gerade deshalb klingen sie immer noch nach.

Letztes Jahr, als Hayman in ausverkauften Shows mit seinem alten Bandkollegen Jack Hayter die alten „Songs of Hefner“ aufwärmte, sangen Menschen um die dreißig


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