Blutflecken auf dem Perserteppich

Feuilleton | aus FALTER 06/09 vom 04.02.2009

Die Ausstellung „Die Macht des Ornaments“ im Belvedere fragt nach der Aktualität von Muster und Dekor

Rezension: Nicole Scheyerer

Was macht ein Hochzeitsbehang aus Mali neben den zarten Bleistiftrastern der US-Minimalistin Agnes Martin? Warum hängt ein reichverzierter Orientteppich bei bestickten Stoffbildern der deutschen Künstlerin Cosima von Bonin? Und was verbindet den Schleier aus Tadschikistan mit den hippiesken Gemälden von John McCracken?

Mit solchen Fragen mussten sich die Besucher der letzten Documenta in Kassel herumschlagen. Die kommentarlose Hängung von musealen Objekten neben zeitgenössischer Kunst sollte dort das Ausstellungskonzept „Migration der Form“ einlösen. Beim verwirrten Betrachter blieb oft nur eine Impression hängen: Muster sind wieder in.

In diese Kerbe schlägt auch die Ausstellung „Die Macht des Ornaments“, die derzeit in der Orangerie des Belvederes zu sehen ist. 100 Jahre habe das moderne Musterverbot von Adolf Loos gewirkt, so der Pressetext,


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