Hundert Jahre Zeitausgleich

Befindlichkeitskolumne

Steiermark | aus FALTER 06/09 vom 04.02.2009

Ein Hilferuf!

Als „Spiegel der Gesellschaft“ gelten: die Herrengasse, der Städtebau, die Werbung, das Internet und natürlich die Maturabälle. Wir können dort beobachten, wie Menschen sich in den sanften Zwang der Abendgarderoben zwängen lassen und die Schwelle vom Grungepunkemo zum Jungmanager elegant überspringen, die früher eigentlich erst irgendwann nach Studienende genommen wurde, wenn auf einmal Dinge wie Frühstückstischdekoration wichtig wurden. Spätestens jetzt stehen die Jungs und Mädels also vor der drängenden Frage der Berufswahl.

Und es findet sich immer irgendein netter Onkel, der sagt, man muss das machen, was Spaß macht. Das glaubt ihm aber niemand, deswegen wird eher drauf geschaut, wo Leute gebraucht werden: Priester, Feuerwehrmänner, Pfleger, Turnlehrer. Ja, auch Turnlehrer werden gebraucht. Und speziell werden Turnlehrer gebraucht, die über ein solides Demokratieverständnis verfügen. Die aktuellen Daten nämlich, die ich aus nachvollziehbaren Gründen nicht veröffentlicht wissen will, die aber ohne weiteres für ganz Österreich repräsentativ sind, sind erschreckend. Ohne Tabus, ideologische Scheuklappen und falsch verstandene Toleranz sollten wir sie diskutieren. Vom Völkerball bis zum Zirkeltraining werden hier Parallelgesellschaften herangezüchtet, die sich irgendwann in einer integrationspolitischen Zeitbombe entladen werden. Und die Politik schweigt.

Dramatiker Johannes Schrettle ist zwar kaum in Graz, dennoch weiß er immer was von dort zu berichten


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