Steirerbrauch

Volkskunde

Steiermark | aus FALTER 06/09 vom 04.02.2009

SCHNEE Lebst eh noch? Bist so still, schaust so stumm. Was schaust denn so? Kalt ist dir nicht? Kein Janker, keine Hosen, keine Schuh, keine Mützen, keine Stutzen, keine Kapuzen. Kalt ist dir nicht, so ohne Gwand? Und ohne Haar. Ist dir nicht kalt, so ohne Gwand, so ohne Haar im Schnee? Hörst mich? Und das Buch. Und das Herz. Und die Spur. Hörst mich? Lebst eh noch? Bist so still, schaust so stumm. Was schaust denn so? Schaust her! Hast dir keinen schönen Tag ausgesucht, hast einen schlimmen g’nommen. Einen schwarzen, einen kalten. Einen, wo die Amsel das Maul nicht mehr aufkriegt. Wo die Krähen weit fort wollen. Wo der Dachs brüllt wie nie. Wo der Fuchs seine Kinder frisst. Einen schwarzen Tag hast g’nommen. Und das Buch und das Herz und die Spur. Lebst eh noch? Bist so still, schaust so stumm. Was schaust denn so? TW


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