Buch der Stunde

Lexikon | Joseph Gepp | aus FALTER 07/09 vom 11.02.2009

Ivan Ivanji blickt auf ein Leben zurück, das es wahrlich verdient, aufgeschrieben zu werden: Aufgewachsen in der nordserbischen Woiwodina, brachte ihn seine jüdische Abstammung 1944 ins KZ. Im Jahr darauf floh er aus den Trümmern des Lagers, irrte durch die Brandruinen des Tausendjährigen Reiches - und fand schließlich ein Jugoslawien vor, das mit dem seiner Kindheit nichts mehr gemein hatte. Die Eltern waren ermordet, die Wohnung beschlagnahmt worden.

Viel später wurde er Titos Übersetzer, aber das ist eine andere Geschichte ("Titos Dolmetscher", Promedia Verlag). Heute lebt Ivanji in Wien, wo er vor wenigen Tagen seinen 80. Geburtstag gefeiert hat. Aus diesem Anlass wurde sein Buch "Schattenspringen" von 1993, eine literarische Beschreibung seiner Jugend, nun neu aufgelegt.

Ivanji hat seine Erinnerungen Jahrzehnte nach Kriegsende niedergeschrieben - ohne Dokumente, die die Geschehnisse belegen, denn die hat er zusammen mit seiner Häftlingskleidung verbrannt. "Nichts verbindet mich


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