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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 07/09 vom 11.02.2009

Am Montag, den 9. Februar betrat gegen 19.20 Uhr ein junger Mann mit fernöstlichen Wurzeln die Redaktionsräumlichkeiten. Er war von Dr. Christian Zillner in die verfallenen Falter-Räumlichkeiten geführt worden, nachdem er irrtümlich im Prunktrakt des Corporate-Publishing-Building vorstellig geworden war. Zillner, der vor vielen Jahren als Chef vom Dienst in der Falter-Redaktion nicht zuletzt aufgrund seiner senffarbenen Sakkos und meerblauen Schnürlsamthosen größten Respekt genoss, gelang es, den - in einer kumulonimbusdicken Wolke aus Tabakrauch eigener Produktion aufhältigen - Stefan Apfl als Adressaten der späten Lieferung aus- und dingfest zu machen.

Diese Rubrik ist bis auf Widerruf den erratischen Lebens- und Essgewohnheiten der Zwanzigirgendwasse gewidmet. In der flachen Tasche, die der Dienstleister mit sich führte, befand sich nämlich nicht - worauf man von ihrer Form her hätte schließen müssen - ein für die Pferdebahn von Ascot bestimmter Damenhut, sondern eine warme Pizza. Apfl entschuldigte die bizarre und stillose Bestellung damit, dass ihm sein Arbeitspensum den Gang in den Supermarkt nicht erlaube - eine Argumentation, der sich gegen Ende des 20. Jahrhunderts auch Eva Weissenberger gerne bediente, die weniger ihrer Koloraturkompetenz als ihrer gefürchtet späten Textabgaben wegen "Königin der Nacht" genannt wurde. Eines Tages werde ich dem Jungen Jausenbrote schmieren.


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