Gesucht: jung, weiß, christlich

Politik | aus FALTER 07/09 vom 11.02.2009

Analyse: Julia Ortner

Er ist bescheiden, macht sich gerne die Hände schmutzig, hackelt brav den ganzen Tag durch und zieht sich abends dezent in sein Quartier zurück. Nach ein paar Monaten Erntearbeit am Gemüsefeld geht's dann wieder ab in die Heimat. Von Österreich hat er nicht viel mitgekriegt und die Österreicher auch nicht viel von ihm. Deshalb schätzen sie ihn auch. Als Saisonnierarbeiter ist er der beliebteste Ausländer - weil ihn keiner sieht.

Ganz im Gegensatz zu jenen Ausländern, die hier wohnen und bleiben wollen. Jene, die seit den 60er-Jahren eingewandert sind und immer wieder als Sündenböcke für die rechten Parteien herhalten müssen. In Österreich leben 1,4 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, eine halbe Million von ihnen besitzt die Staatsbürgerschaft. Trotzdem, bis vor kurzem traute sich kein heimischer Spitzenpolitiker einer Regierungspartei auszusprechen, was schon lange Tatsache ist: Österreich ist ein Zuwanderungsland.

Die Politiker malen lieber das


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