Ramses kommt nach Dienstschluss

Politik | aus FALTER 07/09 vom 11.02.2009

Während der EM wollten Anwälte Tschetscheniens Präsidenten Ramsan Kadyrow in Österreich verhaften lassen. Staatsanwälte wimmelten sie ab

Es war Freitag, der 13. Juni. Österreich lag im EM-Fieber, als sich auf Österreichs Flughäfen russische Privatjets drängten. Russland spielte Tags darauf gegen Griechenland.

In einem der Jets, so erfuhr damals der Verfassungsschutz, sitzt vielleicht auch ein ganz besonderer Fußballnarr. Sein Name: Ramsan Achmatowitsch Kadyrow, Spitzname "Ramses", 31 Jahre jung, aber schon tschetschenischer Präsident.

Auch Umar Israilov, 27, hörte in seiner Floridsdorfer Wohnung von dem möglichen Besuch. Die Anwälte des Politflüchtlings alarmierten die Justiz. Sie boten Israilov als Kronzeugen an und forderten, Kadyrow möge im Falle seiner Einreise sofort verhaftet werden - wegen schwerster Menschenrechtsverletzungen.

Was die Anwälte und die von ihnen konsultierten Menschenrechtsexperten dann erlebten, ist ein weiteres dunkles Kapitel im Fall des Tschetschenenmordes.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige