Machen Sie sich Sorgen, Herr Präsident?

Politik | aus FALTER 07/09 vom 11.02.2009

Vor 75 Jahren schossen Rote gegen Schwarze. Heinz Fischer über die Spätfolgen und Lehren des Februar 1934

Interview: Barbara Tóth, Armin Thurnher

Heinz Fischer lässt Mokka in goldgerandeten Tassen servieren. Wenn er spricht, blickt er gerne zum Fenster hinaus, als fände sich draußen im Volksgarten die passende Formulierung. Wenn er sich sehr konzentriert, wippt er mit seinen Füßen - und dann knarzen seine Sohlen ein wenig. Wir werden das im Laufe des Gesprächs öfter zu hören bekommen.

Falter: Herr Bundespräsident, diesen Donnerstag jährt sich der 12. Februar 1934 zum 75. Mal. Damals herrschte in Österreich nicht nur Wirtschaftskrise und Fatalismus, sondern auch politischer Bürgerkrieg. Sie sind 1938 geboren. Wie sehr hat Sie diese Zeit dennoch geprägt?

Heinz Fischer: Mein Vater hat mir viel davon erzählt. Es war nicht nur eine Zeit der Arbeitslosigkeit, sondern auch eine Zeit der Aussichtslosigkeit. Eine Zeit, wo die Politik viel an Fanatismus und Feindschaft produziert hat


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