Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Christine Baumgartner | aus FALTER 07/09 vom 11.02.2009

Wo Albaner und Serben mit Wein auf eine neue Botschaft anstoßen

Hilmi Zogjani steht mit einem schwarzen Müllsack in der Tür und zieht die Augenbrauen hoch: "Ihr seid von einer Zeitung und kommt erst heute? Eigentlich ist es gerade nicht so günstig." Der Botschaftssekretär stellt den Müllsack dennoch zur Seite und führt durch die leeren Räume der neuen Botschaft der Republik Kosovo. Nur im Büro des Geschäftsträgers Sabri Kicmari steht ein großer Schreibtisch und ein brauner Drehsessel. Auf einem anderen Tisch liegt noch ein Berg zusammengeknüllter Tischtücher. Es riecht nach frischer Farbe. "Gestern waren etwa 30 Botschafter aus allen Ländern hier", erzählt der Botschaftssekretär. Ob auch ungebetene Gäste gekommen sind? Zogjani schüttelt den Kopf: "Wir haben sogar mit serbischen Journalisten Wein getrunken." Der Botschaftssekretär schaut aus dem Fenster und zeigt auf die kosovarische Fahne. Das Staatsoberhaupt Fatmir Sejdiu hat sie gestern Abend persönlich gehisst und sich bei Österreich für die Anerkennung bedankt.


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