Dirndl am Damenklo, Striptease vor der Tapete

Feuilleton | aus FALTER 07/09 vom 11.02.2009

Konzeptkunst mit Humor: das tschechisch-slowakische Künstlerinnenduo Anetta Mona Chisa und Lucia Tkácová

Porträt: Nicole Scheyerer

Die Vernissagengäste wussten nicht, wie ihnen geschah. Wer bei der Eröffnung der Schau "Shooting Back" im Kunstraum Thyssen-Bornemisza Contemporary 2007 die Toiletten aufsuchte, fand dort lächelnde Mädel in slowakischer Tracht vor. Die Verwunderung steigerte sich noch, als die Ost-Dirndln ihre Stellung partout nicht aufgeben wollten und sich als Hostessen neben der Kloschüssel präsentierten.

Die Aktion "Uncomfortable Heritage" von Anetta Mona Chisa (geb. 1975) und Lucia Tkácová (geb. 1977) sorgte für Verlegenheit und unterdrückte Bedürfnisse. Das Künstlerinnenduo machte sich über das historisch konstruierte Brauchtum seines Heimatlandes lustig. Folklore als kulturelles Erbe - so in etwa die Botschaft - braucht man so dringend wie eine Begleitung beim Wasserlassen.

Was wird von osteuropäischer Kunst im Westen erwartet? Auf welche Klischees treffen


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