Identität: ein Spiel. Der Abulkasem geht um

Feuilleton | aus FALTER 07/09 vom 11.02.2009

Das beste neue Stück der Saison: die Migrationsfarce "Invasion!" von Jonas Hassen Khemiri im Schauspielhaus

Theaterkritik: Wolfgang Kralicek

Der Abend beginnt mit dem Alptraum jedes Schauspielers: Die Aufführung wird von desinteressierten Schülern terrorisiert. Sie heben das Handy ab ("Bin grad im Theater!"), applaudieren höhnisch und schießen Papierkügelchen auf die Bühne. Zur Entschuldigung der Halbwüchsigen muss gesagt werden, dass das Stück tatsächlich harter Stoff ist. Gegeben wird das Versdrama "Signora Luna" vom schwedischen Romantiker Carl Jonas Love Almqvist (1793-1866), das von einem arabischen Korsaren namens Abulkasem Ali Moharrem handelt.

In diesem Vorspiel auf dem Theater steckt schon alles drin, worum es in "Invasion!" von Jonas Hassen Khemiri geht. Mit Yousef und Arvind - so heißen die jungen Störenfriede - treffen zwei Migrantenkinder auf alte schwedische Kultur; und mit Abulkasem ist das Zauberwort gefallen: Alles in dem Stück wird sich um diesen Namen drehen


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