Geisterspiele auf dem Klavier

Feuilleton | aus FALTER 07/09 vom 11.02.2009

In "Kurtágs Ghosts" durchmisst Marino Formenti die abendländische Musikgeschichte

Konzerteinführung: Carsten Fastner

Kurtágs Geister sind auch unsere Geister", sagt Marino Formenti, und wäre der italienische Pianist nicht ein so ausgesprochen ernsthafter Musiker, man könnte glauben, sein neues Programm "Kurtágs Ghosts" sei nichts als der Ausdruck einer leise schauerlichen Morbidität. Denn als "Geister" bezeichnet Formenti ausgerechnet jene Klavierminiaturen György Kurtágs, die der ungarische Komponist selbst "Játekok" nennt - zu Deutsch: "Spiele".

Es ist ein nur vermeintlich harmloser Name für jene rund 300 Charakterstücke, die Kurtág in loser Folge seit 1979 geschrieben hat. Mit ihm stellt der 1926 geborene Komponist seine hochverdichteten Vignetten auf den ersten Blick unverhohlen in die Tradition des bewunderten Béla Bartók und dessen Zyklus "Mikrokosmos": als eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Klavierschule.

Tatsächlich sind viele, vor allem die frühen Stücke

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