Stadtrand

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 07/09 vom 11.02.2009

Wahnsinn: Waste Watcher watschen wirklich

Selbst schuld, könnte man jetzt sagen. Man muss schließlich nicht im Wiener Winter Litschis aus Madagaskar naschen und dabei Litschischalen aus Madagaskar auf den Wiener Naschmarkt fallenlassen. Aber man kann! Die von der MA 48 eingesetzten Müllraumüberwacher, Waste Watcher genannt, die können aber auch. Watschen austeilen nämlich, in Form von kleinen Strafzetteln, Organstrafverfügung genannt. Das klingt ein bisschen nach Organverpflanzung und ist wahrscheinlich ähnlich komplex. Gemäß eines Paragrafen des Wiener Reinhaltegesetzes (Vorsicht, Kalauer: Wo genau reinhalten?) wurde vergangenen Samstag gegen Falter-Leser D. eine Geldstrafe von 36 Euro festgesetzt - er hatte Litschischalen auf dem Gehsteig entsorgt. Bitte? Ist das nicht verhältnismäßig unverhältnismäßig? Am Naschmarkt? Klar, Kleinmüll macht auch Mist, mögen sich die bei der MA 48 denken und schicken ihre Waste-Wastln hin. Aber während woanders ungestraft ganze Wohnzimmereinrichtungen auf der Straße landen, fällt so eine Obstschale doch echt nicht ins Gewicht, oder?


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