Rückkehr ins Leopoldschtetl

Stadtleben | Reportage: Joseph Gepp | aus FALTER 07/09 vom 11.02.2009

Immer mehr orthodoxe Juden leben wieder in Wien. Im zweiten Bezirk finden sie ihre neue alte Heimat

Einmal, erzählt Sender Garber, sei er im Dianabad gewesen und drei Wiener hätten sich neben ihn gesetzt, "die sind ganz sicher von hier gewesen".

Wenn Garber "hier" sagt, dann meint er nicht Wien und nicht Österreich, er meint das kleine Leopoldstädter Karmeliterviertel, drei Handvoll Gassen rund um eine barocke Kirche und einen Marktplatz.

Die Wiener seien also von hier gewesen und hätten sich über Juden in Wien unterhalten, wie viele von ihnen denn in der Stadt leben würden. 50.000, schätzte einer. Und ein Zweiter entgegnete: "Blödsinn. Sicher 100.000 oder mehr. Und 80.000 davon in der Leopoldstadt".

Garber lacht. In Wiens kleiner jüdischer Gemeinde rangiert seine Beobachtung jetzt unter den gerne erzählten Anekdoten.

2007 lebten laut Zählungen 7014 Juden in Wien. Rund 3000 davon sind Orthodoxe. Aus ihren schwarzen Mänteln und Hüten müssen die drei Wiener geschlossen haben, dass


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