Usbekistan liegt an der Donau

Stadtleben | aus FALTER 07/09 vom 11.02.2009

Um den Augarten lebt Europas größte Gemeinschaft zentralasiatischer Juden. Das ist kein Zufall

Reportage: Florian Niederndorfer

Manchmal, meint Moshe Matatov, sei er ganz froh darüber, dass niemand weiß, wer er ist. Zum Beispiel morgens in der Straßenbahn. Wenn sich der Bankangestellte und Sohn usbekischer Einwanderer auf den Weg ins Büro macht, bleibt ihm Gezischel meist erspart. "Vom Aussehen her halten mich die Österreicher für einen Türken. Damit kann ich gut leben. Daran sind die Leute gewöhnt." Nur seine Kippa, ein kleines Stück Stoff, das er am Hinterkopf balanciert und mit einer kaum sichtbaren Spange auf seinem penibel gekämmten Scheitel festklemmt, verrät die wahre Identität des Mittzwanzigers. Moshe Matatov ist kein Türke. Und er gehört auch sonst keiner der Volksgruppen an, die man allgemein in Wien vermutet.

Einwanderer aus Zentralasien

Fast 1700 Juden aus den islamisch geprägten Ex-Sowjetrepubliken Usbekistan, Tadschikistan und Kirgistan leben nach offiziellen


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