Ins Mark

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 07/09 vom 11.02.2009

Thomas Wolkinger leitet die Redaktion des steirischen Falter

Diese Woche: 4,3

Eine Woche höchster Verunsicherung liegt hinter uns. Zuerst gab Barack Obama zu, dass er es verpatzt hat. Es ging da um die Bestellung seines Gesundheitsministers, der hatte Steuerprobleme. Wenn so was passiert, geht es um wie ein Lauffeuer. Wie die Finanzkrise ist die Verunsicherung auf den Kontinent geschwappt. Bis in den Vatikan. Dort musste der Papst zugeben, er habe nicht gewusst, dass es unter den Pius-Brüdern Holocaust-Leugner gäbe. Wenn Er es nicht weiß, wer dann? Did He screw up too?

Bis hin zum steirischen Diözesanbischof hat sich die Unsicherheit ausgebreitet. In der Kleinen Zeitung gab Egon Kapellari zu Protokoll: "Wir brauchen Klarheit und Einfachheit im Leben und im Glauben." Trug dazu aber - mit einem mäandernden Slalomsatz zur Bestellung des Linzer Weihbischofs und bekennenden Harry Potter-Feindes Gerhard Wagner - selbst so gut wie gar nichts bei. Am Ende, kam raus, bleibt uns nur die Hoffnung. Woran also sollen wir glauben? Vielleicht an Zahlen? Im Lande ging zuletzt das Gerücht, nur 4,3 Prozent des Bundes-Schulkonjunkturpakets landeten heuer in der Steiermark. Die SPÖ dementierte, die ÖVP beharrte, die SPÖ relativierte dann und fand für die ÖVP das schöne Wort "Verunsicherungs-Partei". Wer hat es verpatzt? Nun, die 4,3, die stimmen. Aber auch als die ÖVP die Schulen über hatte, floss nicht mehr Geld. Nicht einmal auf Zahlen ist Verlass.

Außer man hat sie selbst gerechnet. Ein Beispiel: 4,3 Prozent (3,85 Millionen Euro) beträgt auch der Anteil, der aus der Kunstförderung des Bundes jedes Jahr in der Steiermark landet. Die Summe hat sich über die letzten fünf Jahre kaum verändert. Das ist beschämend. Und es ist sicher wahr.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige