Kolumne

Der Kosovo hat wenig Grund, seine Unabhängigkeit zu feiern

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 08/09 vom 18.02.2009

Der Kosovo begeht seinen ersten Geburtstag als jüngster unabhängiger Staat Europas - ein Grund zum Feiern? Ja und nein. Der größte Erfolg ist, dass die vielfach vorausgesagte Katastrophe nicht eingetreten ist. Die Unabhängigkeitserklärung hat zu keinem neuen Krieg geführt, die befürchtete nationalistische Welle in Serbien ist von einer proeuropäischen Regierung in Belgrad in kontrollierbare Bahnen gelenkt worden, und selbst die serbische Minderheit im Norden des neuen Staates hat sich nicht in einen Flüchtlingsstrom verwandelt. Dennoch bleibt die Unabhängigkeitserklärung umstritten.

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag prüft zurzeit auf Betreiben Belgrads, ob der Schritt illegal war. Nur 54 der insgesamt 192 Mitglieder der Uno haben den Kosovo bisher anerkannt. Unter den Verweigerern befinden sich auch die fünf EU-Staaten Spanien, Griechenland, Slowakei, Rumänien und Zypern, die alle an ihre eigenen Probleme mit ethnischen Minderheiten denken, was in noch größerem


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