Elektroschocks in der Schubhaft

Politik | aus FALTER 08/09 vom 18.02.2009

Rettung oder Folter? Ein selbstmordgefährdeter Flüchtling wurde in seiner Zelle mit einem Taser beschossen

Bericht: Florian Klenk

Als Ruslan A., 29, im Jahr 2007 von Tschetschenien nach Österreich flüchtete, hatte er sich wohl vieles erträumt. Er wolle den maskierten russischen Polizisten entkommen, die sein Dorf terrorisierten. Er wolle keine Angst mehr haben vor Misshandlungen. So hatte er es den Asylbehörden erzählt.

Vermutlich hat Ruslan A. damit gerechnet, eines Tages zurück nach Polen abgeschoben zu werden, dem Land, über das er gekommen war. Doch dass er im Zuge seiner Abschiebung ausgerechnet im niederösterreichischen Böheimkirchen mit Elektroschocks beamtshandelt wird, das hatte Ruslan A. nicht erwartet.

"Der gesamte Einsatz verursachte kaum Aufsehen", schrieb das Bezirkspolizeikommando St. Pölten Land am 9. September in ein Protokoll. "Die Einsatzleitung", so das Schreiben weiter, "entschied, über den Vorfall die Mediensperre zu verhängen."

Die Polizisten wollten Ruslan

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