Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | F. Kainz und F. Schmid | aus FALTER 08/09 vom 18.02.2009

Verordnetes Schweigen über den Ex-Islamlehrer in der Brüßlgasse

Die Glocke läutet zur großen Pause. Schüler aus 38 Nationen besuchen die Kooperative Mittelschule in der Ottakringer Brüßlgasse, beinahe jeder zweite ist Muslim. Ein Islamlehrer soll seine Zöglinge hier mit Flugblättern aufgefordert haben, jüdische Unternehmen zu boykottieren. Auf Anordnung von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) wurde er deswegen gestern suspendiert. Es ist die erste konkrete Reaktion seitens der Schulbehörden, seit die Islamlehrerstudie veröffentlicht wurde. In der Brüßlgasse merkt man am Tag danach wenig vom öffentlichen Wirbel. Zumindest auf den ersten Blick. Denn Lehrer dürfen über den Exkollegen, ohne Erlaubnis des Stadtschulrats nicht reden. Schüler bräuchten das Einverständnis der Eltern. Hinter vorgehaltener Hand beschreiben sie ihn als höflich und unauffällig. Noch bevor die Glocke abermals einläutet, komplimentiert der Direktor die ungebetenen Gäste freundlich, aber bestimmt aus der Schule.


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