Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 08/09 vom 18.02.2009

Joaquin Phoenix ist mein Held. Er machte sogar als geistesschwacher Kaiser, Vatermöder und Schwesternschänder in dem Sandalenschinken "Gladiator" eine einwandfreie Figur - niemals zuvor war degenerierte Blässe so attraktiv. Jetzt zeigt dieser junge Gott den anderen Hollywood-Fritzen, wie die neue Lässigkeit im Unterhaltungsgeschäft aussieht. Der 34-Jährige erschien zu David Lettermans Talkshow und schwieg sich einfach aus. Andere Stars quasseln dort über ihren neuen Film, das neue Parfum, die neue CD. Phoenix hingegen saß stoisch da, mit Taliban-Vollbart samt Riesensonnenbrille vermummt, und ließ die Quatschattacken ins Leere laufen. Letterman pries Phoenix' letzten Film, der sagte schlicht "Thank you". Höhepunkt der schrägen Show: Letterman verglich Phoenix' Aussehen mit dem des Unabombers. "I don't have to do this", murmelte der Star und pickte seinen Kaugummi unter den Tisch des Showmasters. Das hatte Größe - auch wenn das Gerücht, Phoenix plane seinen Ausstieg aus Hollywood, nur ein PR-Schmäh sein dürfte.


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